Jump 'n' Run – analog 'n' digital

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Der Held macht seinen Weg durch eine mit Hindernissen gepflasterte Welt. Schafft er ein Hindernis nicht auf Anhieb, probiert er es einfach so lange, bis es klappt. Diesem uralten Muster folgen Jump 'n' Runs und Parkour als digitale und analoge Variante, wobei sich beide weitgehend auf Hindernisse konzentrieren, die man springend und laufend überwinden kann. Die beiden Varianten gegenüberzustellen, aber auch immer wieder zu schauen, wie sie sich ergänzen können, ist Grundidee dieses Projektes.

Das Projekt wurde 2019 mit dem Medienkompetenzpreis "Das Ruder" ausgezeichnet und wird von der Bremischen Landesmedienanstalt gefördert. Es umfasst den Workshop in den Herbstferien und 9 wöchentliche Termine bis zu den Weihnachtsferien.

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Wöchentliche Termine

Bis zu den Weihnachtsferien gab es jeden Freitag ein Treffen. Freitagnachmittag war der Termin, an dem die meisten Zeit hatten, aber natürlich waren trotzdem nicht immer alle da. Auch im Hinblick auf das Wetter haben wir nicht – wie geplant – die Gruppe geteilt, sondern mal Parkour gemacht und mal im Lab an den Spielen gearbeitet.

Die Bloxels-Spiele waren ja – zumindest gefühlt – fertig, so dass die Jungs jeweils neue Spiele angefangen haben. Ein Junge hat ausprobiert, ob er die Geschichte, die er gerade schreibt, in ein Jump 'n' Run überführen kann. Spannender Ansatz! Insgesamt gab es bei den Bloxelstruppen einerseits die Tendenz, einfach nur rumzuprobieren, andererseits (selbstgewählte) inhaltliche Vorgaben umzusetzten, beispielsweise ein Weihnachtsspiel zu bauen oder ein eigenes Harry Potter Spiel. Dabei ging es allgemein darum herauszufinden, was einem eigentlich dabei am meisten Spaß macht: die Entwicklung einer Geschichte, das Bauen einer Welt oder das Gestalten eines Charakters?

Die Jungs, die das Scratchspiel gebaut haben, waren so oft leider nicht da, dass es nicht vorangekommen ist.

Am 22.11. haben wir uns im Parkourpark in der Überseestadt getroffen. Das war super! Zwei Jungs haben einen analogen Egoshooter Straßenkampf gespielt. Von außen sieht das ja ein bißchen albern aus, weil man beide im Blick hat, aber einer der Jungs hatte eine GoPro auf dem Kopf, und im Video kommt die Spannung, nicht zu wissen, ob hinter der Ecke ein Gegner lauert, gut rüber.

Am letzten Freitag haben wir dann noch ein wenig Rayman gespielt und eine kleine Feedbackrunde gemacht.

4 Jungs zocken
Vier Jungs zocken – das war laut! Die hatten total Spaß.

Präsentation der Zwischenergebnisse

Einstiegsworkshop Jump 'n' Run – analog 'n' digital: Präsentation der Zwischenergebnisse im Digital Impact Lab
Auf die Schnelle hatte ich aus dem vorliegenden Filmmaterial einen kurzen Film geschnitten, der gezeigt wurde. Es lief auch eine kleine Fotoshow.

Freitag um 12:30 Uhr hatten wir Eltern und Freunde zur Präsentation ins Digital Impact Lab eingeladen. Dieser Einladung sind 8 Eltern und Großeltern sowie eine Tante gefolgt und haben sich zeigen lassen, was die Jungs geschafft haben. Zusätzlich waren noch einige Gäste, Studenten der Medieninformatik mit ihrem Dozenten und Mitarbeiter vom M2C da. Die Jungs haben eifrig gezeigt, es wurde gespielt und geredet, und alle waren sich einig, dass sich die Ergebnisse sehen lassen können!

Workshop in den Herbstferien

Der Workshop war schon mal ein voller Erfolg. Es sind neun Jungs im Alter von 11 bis 16 – eine total nette Gruppe! Zunächst haben wir ein Kennenlernspiel gemacht, bei dem jeder seinen Namen und 3 Spiele auf einen Zettel schreibt: Eines ist das absolute Lieblingsspiel, die beiden anderen sind irgendwelche. Die Zettel werden auf die Rücken geklebt, anschließend gehen alle Teilnehmenden mit einem Stift rum und streichen das Spiel an, das sie für das Lieblingsspiel des Betreffenden halten. Hinterher haben wir eine Runde gemacht, in der alle ihre Wahl erläutern. Ich bin etwas überrascht, dass Fortnite von keinem als Lieblingsspiel genannt wurde. Der Hype scheint vorbei zu sein.

Ich habe die zwei Programme Bloxels und Scratch kurz vorgestellt, danach haben sich Teams zusammengefunden. Das Konzept ist ja, dass eben nicht jeder allein ein Spiel gestaltet, sondern immer mindestens zwei zusammenarbeiten. Das ging nun nicht ganz auf, war aber auch okay. Am ersten Tag habe ich noch ab und zu den Bloxels-Teams etwas erklärt, danach waren die völlig im Bilde, so dass ich mich den Scratch-Teams widmen konnte.

Wir sind drei Mal zum Parkourtraining zur Waterfront gegangen. Jedes Mal musste ich die Jungs mühsam von den Geräten loseisen, aber wenn wir dann da waren, hatten alle Spaß. Einge Jungs kannten bzw. machen bereits Parkour, so dass da schon einiges geht. Zunächst ging es darum, einen Überblick zu bekommen: Übersprünge verschiedener Art, über Geländer, Präzisionssprünge (ganz wichtig beim Parkour!) an Wänden lang etc. Mittwoch hatten alle so fiesen Muskelkater, dass wir das nieselige Wetter als Vorwand genutzt haben, mit dem Training auszusetzen. Dafür haben wir den analogen Egoshooter gespielt, der am Ende in eine wilde Bälleschlacht ausgeartet ist. Fun!

Donnerstag beim Parkour sollten die Jungs sich beim Blancieren auf einer Beeteinfassung nach verschiedenen Kriterien sortieren, und das war recht wirr. Ich habe das zum Anlass genommen, Freitag einen einfachen Sortier-Algorithmus auszuprobieren. Die Jungs waren aber nicht so begeistert – lag möglicherweise auch daran, dass alle ihre Spiele für die Präsentation fertig machen wollten. ;-)

Bloxels

Junge mit Tablet, auf dem ein Spiel in Bloxels zu sehen ist.
Dieses Spiel ist Minecraft nachempfunden. Es gibt verschiedene Level und Gegner.

Drei Zweierteams haben mit Bloxels angefangen. Nach der ersten Orientierungsphase haben die Jungs schnell alle Register gezogen: Schrumpftränke und Geheimgänge, mehrteilige oder unsichtbare Gegner, Kontrollpunkte, Storytelling etc. Mit Bloxels erzielt man schnell ansehnliche Ergebnisse, aber man kann sich auch versenken und tüfteln ohne Ende. Und das haben die Jungs getan!

Scratch

Planung eines Jump 'n' Runs in Scratch
Es wurde ein Plan gemacht, weil das Spiel doch ein wenig komplizierter sein soll.

Scratch ist nicht so einfach, bietet aber am Ende mehr eigene Gestaltungsmöglichkeiten. Ein Junge hat im Alleingang zwei Spiele programmiert. Dabei hat er beim ersten stumpf die Anleitung befolgt, aber schon beim zweiten hat er eigene Elemente hinzugefügt. Das fand ich ziemlich beachtlich.

Ein Zweierteam hat mit einer Anleitung angefangen, sich dann aber für einen anderen Ansatz entschieden: Der Charakter soll laufen und dabei verschiedene Waffen finden und Gegner besiegen. Das ging arbeitsteilig, ein Junge hat die Figuren gezeichnet bzw. bearbeitet, der andere hat die Untergründe gezeichnet und ihre Bewegung programmiert.