Spaß in der Medienpädagogik

Wozu Spaß?

Schon Mary Poppins wusste es: Mit einem Löffel Zucker geht die Medizin runter. Nichts anderes ist der Spaß beim Lernen. Er macht es leichter.

Ich bin keine Anhängerin einer Spaßkultur, in der alles nur bunt ist und blinkt, aber ich glaube, dass digitale Medien das Lernen unterstützen können, einfach weil sie Spaß machen. Natürlich muss man gut hinschauen, nicht jede bunte App taugt zum Lesenlernen, und Medieneinsatz ist kein Selbstzweck. Guter Medieneinsatz führt nicht zur Verblödung oder Vereinsamung, im Gegenteil: Gemeinsam beispielsweise einen Film zu machen ist pure Beziehungsarbeit!

Für das Kennenlernen von (digitalen) Medien, ihrer Nutzung und ihrem Nutzen gilt das gleiche. Natürlich kann ich ein Arbeitsblatt über die Funktionsweise und Bedienelemente einer Kamera ausgeben und hinterher einen Test schreiben. Dann lernen die Kinder es auch, allerdings nicht mit intrinsischer Motivation. Das ist aber nicht mein Weg, ich unterrichte weder Filmästhetik noch gebe ich Kamerakurse.

Ich glaube, dass die individuelle Mischung von Wissen und Können einen Menschen ausmacht. Daher finde ich, dass Lernen eine tolle, wichtige Sache ist. In meiner Arbeit will ich erreichen, dass Menschen selber lernen wollen, und dafür muss es ihnen Spaß machen!

Was braucht es?

Ob jemand im Einzelfall Spaß an einem Medienprojekt hat, kann man natürlich nicht pauschal voraussagen, aber es gibt einige Grundvoraussetzungen, ohne die es nicht geht:

  • Gute, wertschätzende Atmosphäre. Nur wer sich wohlfühlt, kann lernen. Absolute Spaßkiller: Angst, übertriebene Erwartungen, negative Kritik, Gängelei.
  • Abwechslung. Im Prinzip toll, aber zu viel davon macht Dinge/Situationen unübersichtlich. Dann macht's auch keinen Spaß mehr.
  • Die richtige Mischung aus Altem und Neuem. Zuviel Altes ist langweilig, zuviel Neues überfordert.
  • Beteiligung. Sachen selbst bestimmen und entscheiden dürfen macht Spaß. Auch hier ist das richtige Maß wichtig. Experimente belegen nämlich, dass eine große Anzahl von Optionen zur Entscheidungsunfähigkeit führt.
  • Erfolg. Sachen, die nicht klappen, machen keinen Spaß. Damit meine ich nicht so sehr das Ergebnis, sondern den Prozess. Es ist einfach ein schönes Gefühl, es zu wissen/hinzukriegen/verstanden zu haben/zu können.